Jeder Hund kann Spürhund werden!

Ob Drogen, Sprengstoff, Bettwanzen oder Schimmel – sicherlich haben viele von uns schon einmal die faszinierenden Fähigkeiten eines Spürhundes bewundert. Die Ausbildung dieser hochspezialisierten Schnüffelexperten basiert auf Prinzipien, die auch für den nicht professionellen Hundeführer gut verständlich und anwendbar sind. Jeder Hund, der eine Nase hat, kann Spürhund werden. Es müssen ja keine Drogen sein -  für den Hund ist die Suche immer ein Spiel, und da ist es ihm vollkommen egal, nach was er suchen soll. 

SniffleDog Logo

Dass Nasenarbeit eine geniale Art der Auslastung für jeden Hund ist und die Bindung zwischen Mensch und Hund ungemein fördert, bemerkte der Stuttgarter Hundetrainer Uwe Friedrich nicht erst im Zuge seiner Arbeit mit Lungenkrebs-Spürhunden, für die er überregional bekannt ist. Als langjähriger Diensthundeführer beim Polizeipräsidium Stuttgart hatte er intensiv mit Drogen- und Sprengstoffspürhunden gearbeitet, bevor er sich als Trainer unter dem Namen „Team Canin“ selbstständig machte. 

 

Uwe Friedrich

Auch Hunde, die Diabetes-Patienten und Menschen mit Erdnussallergien unterstützen, hat Uwe Friedrich schon erfolgreich ausgebildet. Eine kleine Mediensensation war der erste Kardiowarnhund, den Uwe Friedrich 2011 für einen Jungen mit einem schweren angeborenen Herzfehler ausbildete. Dieser Assistent auf vier Pfoten warnt den Jungen, wenn seine Sauerstoffversorgung auf ein gefährliches Level sinkt, indem er eine Pfote auf sein Bein legt.

Für eine von 2009 bis 2011 durchgeführte wissenschaftliche Studie in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Lungenfacharzt Dr. Rainer Ehmann und der Klinik Schillerhöhe, einem Standort des Robert-Bosch-Krankenhauses, trainierte Friedrich dann vier Familienhunde darauf, anhand von Atemproben Lungenkrebs zu erkennen: ein Labrador, ein Australian Shepherd und zwei Deutsche Schäferhunde. Aufgabe der Hunde war es, an Glasröhrchen mit Atemproben von entweder gesunden, an Lungenkrebs oder an Chronisch Obstruktiver Bronchitis (COPD) erkrankten Menschen zu schnuppern und nur die Proben mit Lungenkrebs anzuzeigen. Die Hunde erreichten bei drei Tests mit mehreren Hundert Proben eine durchschnittliche Trefferquote von 72 Prozent. Diese Methode ist wesentlich weniger invasiv und belastend für den Erkrankten als die gängigen medizinischen Tests zur Diagnose von Lungenkrebs, wie Röntgenaufnahmen, Computertomographie oder Bronchoskopie. Am erfreulichsten für die Ärzte: Die Hunde haben auch Lungenkrebs im Frühstadium schon erkannt. Je früher dieser höchst aggressive Krebs erkannt wird, desto höher sind die Überlebenschancen des Patienten. Mit herkömmlichen medizinischen Tests kann nur schwer zwischen noch kleinen Krebstumoren und gutartigen Gewächsen unterschieden werden, weswegen das Lungenkarzinom meist erst diagnostiziert wird, wenn es schon zu weit fortgeschritten ist und die Heilungschancen drastisch sinken. Anfangs verursacht es nämlich keine Schmerzen und eher unspezifische Symptome. 

Die Frage, was „Krebsgeruch“ eigentlich ist, konnte noch nicht beantwortet werden, denn welchen Bestandteil des Geruchs die Hunde nutzen, um den Krebs zu erkennen, wird derzeit erforscht. Klar ist, dass im Atem eines Lungenkrebspatienten andere Chemikalien auftreten als im normalen Atem. Vom Tumor ausgehende flüchtige organische Verbindungen gelangen über die Bronchien in die Atemluft des Patienten. 

Anfangs vermutete man, dass die Hunde sich vielleicht am allgemeinen Geruch von Entzündung, die immer mit einem Tumor einhergeht, orientieren. Eine Entzündung bedeutet aber nicht automatisch auch Krebs. Um diese Theorie zu testen, wurden Atemproben von Menschen mit Chronischer Obstruktiver Bronchitis - einer Krankheit, die ebenfalls heftige Entzündungen hervorruft - in die Studie mit eingebunden. Würden die Hunde nur den Entzündungsgeruch erkennen, hätten sie auch an diesen Proben verweisen müssen. 

Das taten sie aber nicht, also muss der Krebs einen Eigengeruch haben – auch wenn das genaue Molekül noch nicht gefunden wurde. Fernziel der Studien ist, irgendwann eine elektronische Nase zu entwickeln, die diesen Biomarker genauso zuverlässig wie ein Hund identifizieren kann.

Im Zuge der Lungenkarzinomstudien faszinierte Uwe Friedrich besonders, wie mental ausgelastet und ausgeglichen die Hunde durch das Schnüffeln der Geruchsproben waren - was wieder einmal bestätigt, dass sich jeder Hund über eine Aufgabe freut und nicht nur Hunde aus Leistungszucht Außerordentliches vollbringen können. Dieser Gedanke ließ Friedrich nicht mehr los und so entwickelte er anschließend sein SniffleDog System, um diese Art der Beschäftigung auch Laien ohne jegliche Trainingserfahrung zugänglich zu machen. Es basiert auf den gleichen Trainingsgrundsätzen, die auch in der professionellen Spürhundausbildung angewandt werden, ist aber so verständlich aufgebaut, dass jeder Hundebesitzer nach Friedrichs Anleitung damit arbeiten kann.

Riesenschnauzer beim Sniffeln

Der Einstieg ins Sniffeln ist denkbar einfach: Man nehme einen Vierbeiner mit Futtertrieb, einen Clicker, eine Dose und Futter. Der Hund muss vorher noch nicht auf den Clicker konditioniert worden sein. Das kann auch im Zuge des SniffleDog-Trainings geschehen. 

Dem Hund wird gezeigt, dass es sich für ihn lohnt, an der zum Beispiel mit einem Teebeutel präparierten Dose zu schnuppern und sich diesen Geruch einzuprägen, weil er dafür mit Futter bestätigt wird. 

Natürlich muss anfangs immer mit dem gleichen Geruch gearbeitet werden und dieser sollte sehr stark sein. Sobald der Hund den Geruch verlässlich anzeigt, kann eine zweite, leere Dose mit in die Übung eingebaut werden. Auch kann damit begonnen werden, den Geruchsstoff zu reduzieren: Am Beispiel Tee also der langsame Übergang von einem ganzen Teebeutel zu nur einem Tropfen Tee in der Dose.

Wenn der Hund das Grundprinzip verstanden hat und den ersten Geruch sicher verweist, sind der Kreativität keine Grenzen mehr gesetzt was die Steigerung des Schwierigkeitsgrades angeht. Es können weitere leere Dosen integriert werden oder auch Verleitungen, also andere Gerüche. Beispielsweise kann in jeder Dose Kaffee enthalten sein und in einer Dose zusätzlich der Geruchsstoff, den es zu finden gilt. 

Natürlich kann der Hund auch lernen, mehr als einen Geruch zu identifizieren. Da sich die Trainingserfolge schnell einstellen, bleiben Hund und Mensch am Ball und stellen sich mit Spaß am Lernen immer größeren Herausforderungen.

SniffleDog ist für jeden Hund und jeden Hundeführer geeignet. Egal ob jung oder alt, aktiv oder eher ruhig, ängstlich, ausgeglichen oder hyperaktiv – jede Hund-Mensch-Beziehung profitiert vom gemeinsamen Sniffeln. Interessant ist es auch für Hundesportler, deren Sportart keine Nasenarbeit beinhaltet und die einfach mal was ganz Neues ausprobieren wollen. Da im Sitzen trainiert werden kann, ist es eine ideale Option für ältere Hundeführer, ihren Hund auszulasten ohne selbst körperliche Höchstleistungen vollbringen zu müssen. 

Genauso geeignet ist es für Hunde in der Rekonvaleszenz, die sich nach Operationen oder Erkrankungen wochenlang nicht zu viel bewegen sollen. Artgerechte mentale Auslastung ermüdet den Hund oft mehr und schneller als körperliche Aktivität und ist Prävention gegen Lagerkoller. Ideal auch im Sommer, wenn es für das Training unter freiem Himmel oft zu heiß ist, oder im Winter, wenn es früh dunkel wird.

Das SniffleDog System erfordert nicht viel Ausrüstung und braucht auch nicht viel Platz. Es ist einfach zu transportieren, das heißt es kann auch in den Urlaub oder ins Büro mitgenommen werden. Schon fünf bis zehn Minuten reichen besonders zu Anfang für eine Übungseinheit. Einfach mal ausprobieren und vielleicht ganz neue Seiten an Ihrem Hund kennenlernen!

  • Quellen:
  • http://www.teamcanin.com/tc_data/presse/170503_Interview_choices.jpg
  • http://www.teamcanin.com/tc_data/presse/SV-Zeitung_Lungenkrebs_DetektiveAusgabeJanuar2012.pdf
  • http://www.teamcanin.com/tc_data/pdf/presse/FAZ_Hundestudie_Lungenkrebs_31_08_2011.pdf
  • http://www.teamcanin.com/tc_data/presse/presse_artikel/dpa-artikelhundekrebsstudie10-2010.pdf
  • http://www.teamcanin.com/tc_data/pdf/presse/Stuttgarter_Zeitung_20100814.pdf
  • http://teamcanin.com/tc_data/profil/trainer_vitas.php
  • SniffleDog Anleitung

 

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