Non-Stop-Duell: Freemotion vs. Nansen Nome

Testhund: Kata, Europäischer Schlittenhund, 2,5 Jahre, 23 kg auf der Waage

Verarbeitung und Handhabung

Wie nicht anders bei den Non-stop-Produkten erwartet, sind die Geschirre sehr stabil und sehr gut verarbeitet. Alle Nähte wurden mehrfach sauber und sicher vernäht, verfügen zudem über eine solide Polsterung. Sieht sehr gut durchdacht aus.

Das Freemotion bietet Verstellmöglichkeiten durch Klettband am hinteren Riegel und Schnallen an den seitlichen Riegeln. Beide Geschirre sind dem Hund leicht anzulegen und passen perfekt. Das Freemotion ist mit original 3M Reflektionsgewebe vernäht. Das bringt eine bessere Sichtbarkeit an grauen Tagen.

Der Zugpunkt liegt bei beiden passgenau auf dem Brustbein des Hundes, sodass die Zugleistung des Hundes gut übertragen werden kann und der Hund während der Zugarbeit in seiner Bewegung und auch in seiner Atmung nicht eingeschränkt wird.

 

Freemotion Harness - Blick von oben

Das Freemotion Harness

Hersteller: "Die Freemotion Harness ist ein H-Back Zuggeschirr, dessen Zugpunkt optimale Bewegungsfreiheit und Kraftübertragung des Hundes garantiert. Es ist besonders geeignet für Sportarten mit einem hohen Zugpunkt wie Laufen, Radfahren, Skitouren oder Langlaufen." 

Test 1: Der Mammutmarsch NRW gilt, wegen seiner fast 2000 Höhenmetern auf 100 km, als einer der anspruchsvollsten Märsche Deutschlands. Er fand in diesem Jahr am 12./13.09. in Wuppertal statt. Kata trug das Geschirr insgesamt 19 Stunden, davon 17:32 Std. im Zug. Sie absolvierte den Marsch in gleichbleibendem Tempo, was darauf schließen lässt, dass das Geschirr sie nicht in der Bewegung behindert hat. Den Sitz des Geschirrs habe unterwegs immer wieder überprüft, ein Ausleiern oder Nachgeben der Verschlüsse wurde nicht festgestellt. Das Geschirr saß auch nach 100 km immer noch passgenau. Die neuralgischen Punkte: Scheuerstellen am Brustbein oder unter den Achseln der Vorderbeine konnte ich nicht feststellen.

Test 2: Je sieben Kilometer Bike-/Scooterjöring und dann fünf Kilometer Canicross: Bei diesen Sportarten ist der Hund einer höheren Zug-Belastung ausgesetzt. Besonders beim Scooterjöring hat der Hund eine hohe Zugleistung zu erbringen. Auch in diesem Test wurde der Sitz des Geschirrs unterwegs immer wieder geprüft. Kein Ausleiern und Nachgeben der Verschlüsse, keine Scheuerstellen an den neuralgischen Punkten. Die Zugleistung des Hundes wurde optimal auf den Menschen (Canicross) und auf die Geräte (Bike/Scooter) übertragen. 

Mein Fazit: Das Freemotion ist sowohl für Dogtrekking, Canicross als auch für die fahrenden Sportarten bestens geeignet. Durch die Verstellmöglichkeiten, die das Geschirr bietet, kann es optimal auf den Hund angepasst werden. Die Geschirre sind in verschiedenen Größen und Zwischengrößen erhältlich. Ein Ausmessen des Hundes ist wichtig und sollte von einem Fachmann/-frau durchgeführt  werden. Die Konstruktion ist gut durchdacht und bietet größtmögliche Sicherheit für den Hund in Bezug auf das Verletzungsrisiko durch Scheuern oder einem falschen Zugpunkt. 

Ich denke, mit 100 Kilometer Zugleistung haben hier den Beweis geliefert.

Freemotion in der Praxis

 

 

Das Nansen Nome Harness

Hersteller: Das Nansen Nome Harness ist ein komplett gepolstertes X-Back Geschirr mit niedrigem Zugpunkt

Test 1: Kölnpfad Ultrawandern (Dogtrekking) fand am 29.08.2020 statt: 70,4 km, 540 Höhenmeter in 9:36 Stunden. Kata trug das Geschirr insgesamt 9,36 Std. unter Zug. Sie absolvierte den Marsch auch diesmal größtenteils in gleichbleibendem Tempo. Ein gab auch ein paar kleine Canicross-Einlagen. Das Geschirr hat sie in ihrer Bewegung nicht eingeschränkt, ganz im Gegenteil – man hatte den Eindruck, dass der Hund das Geschirr kaum wahrnimmt. Der Sitz des Geschirrs wurde unterwegs immer wieder überprüft, ein Ausleiern selbst, auch nach den kurzen Badeeinheiten, habe ich nicht festgestellt. Das Geschirr saß auch nach 70 Kilometern immer noch passgenau. Es gab keine Scheuerstellen.  

> Test 2: Bike-/Scooterjöring jeweils sieben Kilometer auf den gleichen Strecken wie beim Freemotion. Die höhere Zugleistung, die der Hund vor den Geräten erbringen muss, wurde auch Nansen Nome optimal vom Hund übertragen. Auch hier gab es kein Ausleiern, keine Scheuerstellen etc.. Der Sitz des Geschirrs war auch nach dem Test noch wie anfangs angelegt.

Mein Fazit:
Auch das Nansen Nome ist sowohl für Dogtrekking, Canicross als auch für die "fahrenden" Sportarten geeignet. Das Nansen Nome kann nicht wie das Freemotion eingestellt werden, sodass eine genaue Anpassung nur über die vorhandenen Körpermaße des Hundes erfolgen muss. Dies ist vielleicht ein kleiner Pluspunkt für das Freemotion, aber kein Nachteil für das Nansen Nome, wenn es passend ausgewählt wird. Auch die Konstruktion dieses Geschirres ist gut durchdacht und bietet die größtmögliche Sicherheit für den Hund in Bezug auf Verletzungsrisiko durch das Geschirr (Scheuern, bzw. falscher Zugpunkt). 

Auch die 84 km Testgesamtstrecke im gleichen Geschirr sind da doch aussagekräftig, denke ich.

Nansen Nome in der Praxis

   

Abschlussbeurteilung

Beide Geschirre halten selbst großen Belastungen stand. Sind erstklassig verarbeitet und teilweise verstellbar. Wirklich beeindruckend fand ich, dass es auch über lange Strecken keine Scheuerstellen gegeben hat. Das schränkt die Leistung des Hundes nicht ein und verhilft im Wettkampf natürlich auch zu besseren Ergebnissen.

Selbst nach den großen Belastungen und sogar nach Badeeinheiten, behielten die Geschirre ihre ursprüngliche Form. Aus diesen Gründen kann ich beide Geschirre für die Zughundesportarten Bike-/Scooterjöring und Canicross nur empfehlen. Auch für die Schneesportarten ist es eine gute Wahl. 

Da die die Zugkraft im Schnee eine etwas andere ist, (beim Schlitten beispielsweise kommt die Tugline von unten) und der Schnee nicht wirklich Widerstand bietet, ist die Kraftübertragung vom Hund auf Mensch/Schlitten direkter. Meine Kata mag das Nansen Nome im Schnee lieber, aber viele Hunde haben auch lieber "mehr Geschirr", da das Sicherheit gibt. Das Freemotion hat noch Quergurte aus Gummi, die dem Rücken noch mehr Stabilität und Halt geben.   

Schade finde ich nur, dass sie nicht in vielen Farben erhältlich sind. Die bisherigen Farben sind schwarz oder rot und als 10 Jahre Sonderedition auch blau. 

Ich habe beide Geschirre auch nach ihren Einsätzen einmal gewaschen. Kein Problem im Schonwaschgang mit Feinwaschmittel (30 Grad). Sie halten die Form, was man von den bunten Plagiaten nicht immer behaupten kann.

 Fotos: Ulrike Esser, Daria Grommes

Anmerkung der SPORTHUND-Readktion:

Ulrike Esser? Wer ist das? Wer mehr über unsere Testerin erfahren möchte, liest auch diesen Artikel:

Ulrike Esser im Porträt

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