"Zuckerstangen" für Hunde

Mein erstes Mal

Backen für den vierbeinigen Freund? Die Idee hatte ich wirklich noch nie. Vielleicht liegt das daran, dass immer die Zeit fehlte, solche Gedanken zu entwickeln und ich jetzt auch nicht die passionierte Bäckerin bin. Sicher, auch ich habe das schon getan, an Geburtstagen oder in der Vorweihnachtszeit. Aber Plätzchen, Muffins & Co. waren dann eher für mich, für Freunde oder die Familie. Nun werde ich also mal voll motiviert etwas Leckeres für meinen Freund Kniffel zaubern: Gesagt getan.

Eigentlich trifft es das Wort „Zuckerstange“ die Charakterisierung meines Gebäckwunsches nicht wirklich, denn Zucker ist schon mal gar nicht drin. Die Bezeichnung ist also mehr der Optik geschuldet. Naja sollte der Optik geschuldet sein. Das war zumindest der Plan.

Erst mal schlau machen

Das Ziel einer gesunden Ernährung ist eine möglichst hohe Aufnahme und Verstoffwechselung von Nährstoffen. Das weiß man. Aber wie genau sieht das aus? Zuerst habe ich also im Web recherchiert, was denn in so einen Hundekeks alles rein kann. Er soll ja schließlich auch gesund sein und vor allem schmecken.

Die Basis für jeden Teig ist Mehl. Aber welches? Grundsätzlich ist das wohl egal, aber ich habe mich für Dinkelmehl entschieden, weil Dinkel als das reinste Getreide gilt, es kaum radioaktiv belastet und relativ frei von Umweltgiften ist. Es enthält mehr Eiweiß, das zudem auch hochwertiger ist als das von beispielsweise Weizen. Dinkel ist vitaminreicher, mineralstoffhaltiger und besonders qualitativ bezüglich der Amino- und Fettsäuren. Soweit, so gut. B-Vitamine sind gut für das Nervensystem und kurbeln den Stoffwechsel an. E-Vitamine stärken das Herz. Da mein Kniffel bald zehn wird, kann das ja nicht schaden.

Ich habe auch schon gehört: „Dinkel sorgt für gute Laune“. Warum? Die gegenüber Weizen höhere Dosis der enthaltenen Aminosäure Tryptophan bildet Serotonin. Ich bin gespannt, wie sich das auf meinen Freund auswirken wird. Und noch was: Dinkel landet nicht so schnell auf der Hüfte. Interessante Information für mich und meinen älteren Hund. Die enthaltende Konzentration an Kieselsäure (Silizium) steht für Festigkeit und Elastizität, hat also einen positiven Einfluss auf Kniffels Schönheit, zumindest was Haarkleid, Haut und Nägel betrifft. Perfekt!

Und zu guter Letzt kann man sagen: Dinkel stärkt Konzentration, körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und laut TCM (traditionelle chinesischer Medizin) im Besonderen auch die eigene MITTE. Wo die bei Kniffel wohl liegen mag? 

Auch Haferflocken enthalten als glutenarmes Vollkornprodukt viele wichtige Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe und Antioxidantien. Sie punkten zudem mit Proteinen, sind gut für Knochen und Zähne und machen durch viele Ballaststoffe die Verdauung einfacher. 

Dann muss irgendwie noch die „rote Farbe“ her. Eigentlich nur für die Optik, aber wenn diese dann als Antioxidant,  das das Immunsystem stärkt und die Leber entlastet, umso besser. Rote Beete gilt als Gemüse für Sportler. Nun hat mein Kniffel ja eigentlich schon seine Hundesport“karriere“ beendet und ist in Rente. Gut, dass Rote Beete auch als Jungbrunnen und Kraftspender gilt. Dann passt es wieder!

Ob jetzt mein Freund ein „Rote Beete-Hafer/Dinkelkeks“-Liebhaber ist? Zweifelhaft. Also muss noch Geschmack rein. Aber was? Leberwurst habe ich oft gelesen, aber ich wollte etwas ohne Salz, ohne Farb- und Konservierungsstoffe und vor allem ohne Lockstoffe (Aromen). 

„Dafür stehe ich mit meinem Namen!“ Also, was für Babys gut ist, kann für Hunde ja wohl nicht schlecht sein? Und obwohl etwas „teurer“, habe ich jetzt mit meiner Rindfleisch-Zubereitung sogar etwas BIO mit drin. Also das ist mein Kniffel ja wohl sowieso wert.

Und wenn schon, denn schon, dann soll auch noch ein trendiges „Superfood“ mit rein, obwohl ich ja den ganzen Hype darum eher überzogen und nervig finde. Heute mache ich mal eine Ausnahme und wähle Kokos als letzte Zutat. Ich weiß, dass Kniffel das auch mag, denn Kokos schmeckt leicht süßlich. Was aber macht Kokos jetzt zum „Superfood“? Ich habe dies im Frühjahr und im Herbst immer als Prävention gegen Zecken. Allerdings nicht als äußere Anwendung mit Öl im Fell, wie das auch von einigen praktiziert wird. Da ich meinen Rüden und mich selbst nicht mit Dauer-Kokosduft belästigen will, gebe ich das als Beigabe ins Futter. Das soll gegen alle Arten von Parasiten wirken und sich durch mittelkettige Fettsäuren auch positiv auf den gesamten Verdauungstrakt auswirken. Auch Kokos ist reich an Ballaststoffen und sorgt für ein gutes, langanhaltendes Sättigungsgefühl. Das ist auch gut, denn außerdem sind sie fett- und kalorienreich und bleiben daher schnell auf der Hüfte. Deswegen „Superfood“? :-)

Jetzt ist Handwerk gefragt

Frei nach dem Motto „probieren geht über studieren“, wurde einfach alles nach und nach zusammengemixt. Am Anfang habe ich ganz herkömmlich Mehl, Eier, Haferflocken (vorher eingeweicht) und Kokosflocken verquirlt. Ein wenig Wasser hilft die Konsistenz etwas gefügiger zu machen. Allerdings merkte ich an dieser Stelle schnell, dass die Haferflocken sabotierend Einfluss nehmen. Dass was eigentlich der Teig sein sollte, war eine klebrige, schleimige Masse. Das nächste Mal wären Haferflocken raus. Mehl etablierte sich als rettender Helfer und darf bleiben. Die Rote Beete habe mit der Gabel zerquetscht und anschließend in der Küchenrolle ausgedrückt, damit die Konsistenz fester wird. Auf die fotografische Dokumentation habe ich an dieser Stelle mal verzichtet, weil das doch etwas mehr „Sauerei“ war und die Bilder aus dem Zusammenhang gerissen, auch andere Gedanken zulassen. Eine positive Anmerkung hätte ich trotzdem: da mein gekauftes Rote Beete-Paket größer war, als benötigt, ist für mich eine kleine, leckere, mit Zwiebeln, Olivenöl und Schafskäse zubereitete Zwischenmahlzeit möglich geworden. Das Leibliche Wohl der Bäckerin ist ja schließlich auch wichtig!

Dann war es an der Zeit, meine feinmotorischen Fähigkeiten zu testen. Ich habe die „Teig“masse halbiert und jeweils mit der Rindfleisch-Zubereitung oder der Rote Beete vermengt. Das ging „wirklich super“. Die Haferflocken sind schuld! Vielleicht hätte ich die doch nicht einweichen sollen?? Ich weiß es nicht!

Naja „Aufgeben ist keine Option“, also habe ich weiße und rote Röllchen gemacht, schließlich war die Aufgabenstellung ja Zuckerstangenoptik! Ich bin jetzt im Nachhinein eigentlich sehr froh, dass es nicht hieß gleichmäßige, optisch ansprechende „Zuckerstangen“ zu kreieren. Und so war doch jede ein handgemachtes, universelles Einzelstück. 180 Grad, Umluft, 20 Minuten … fertig.

Acht sind es geworden. Dann habe ich die beiden restlichen Teighälften verheiratet und bin spontan auf „Vanille-Kipferl“, Taler und Fingersticks umgestiegen. Ging viiiiel besser! Ob Kniffel den Unterschied merkt?

Mein Fazit

Hundekekse selbst machen, ist eine tolle Idee für alle die sich dafür Zeit nehmen wollen. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: man weiß was drin ist. Es macht Spaß, kreativ zu sein, auch wenn mein Hund das überhaupt nicht würdigen wollte und die Zuckerstangen gleichermaßen verschlungen hat, wie meine „Vanille-Kipferl“ und die „Finger-Sticks“. Insofern würde ich das nächste Mal sicher eine einfachere Formgebung wählen und mein Rezept auch noch etwas modifizieren. Die rote Farbe ist leider nicht so rausgekommen, wie ich das gedacht hätte. Vielleicht, weil man zum Formen des Teiges zu viel Mehl braucht. Naja die schuldigen Haferflocken habe ich ja schon ausgemacht. 

Für mein erstes Mal bin ich aber sehr zufrieden. Meinem Hund hat’s geschmeckt, den zwei Nachbarshunden auch. Ganz nebenbei habe ich meinen Vorkostern Gesundheit, Schönheit und Gute Laune ermöglicht und ihnen geholfen, ihre Mitte zu finden. 


Wenn du das deinem Hund auch ermöglichen willst willst: probiere es aus! 

Hier meine Zutatenliste:
  • 600g Mehl
  • 3 Eier
  • 30g Kokosflocken
  • 90g Haferflocken
  • 150g Rote Beete
  • 1 Gläschen HIPP Rindfleischzubereitung

 

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