1x1 des Hundefrisbee

Wenn das Fundament wackelt, wirds später im Spiel schwer, erfolgreich zu sein. Der größte Problempunkt kann das Apportieren der Scheiben werden. Lernt der Hund nicht von Anfang an, dass das Spiel nur in der Nähe des Hundeführers weitergeht, liegen später alle Scheiben über den Platz verteilt und es geht nicht weiter. 

Dann heißt es: zurück zum 1x1!

Auch wenn viele meinen, dass Frisbeespielen leicht ist, muss der Hund schon einiges leisten, um die Scheibe aus der Luft zu fangen. Die Augen-Fang-Koordination spielt hier eine große Rolle. 

 

 

 

Die Vielfalt an Frisbeescheiben ist groß.

Die richtige Scheibe

Wichtig ist, dass es eine spezielle Hundefrisbeescheibe ist. Welche Scheibe für welchen Hund geeignet ist, kann man nicht pauschal sagen. Es gibt sogenannte Standard-Scheiben oder auch bissfestere Modelle, die eher für Hunde mit einem festen Griff geeignet sind. Man kann sich dazu in den Shops, die spezielle Hundefrisbeescheiben anbieten, sehr gut beraten lassen. Auf jeden Fall hilft es auch, ein Anfängerseminar oder einen Workshop zu besuchen, bei dem man mal eine Palette an Scheiben ausprobieren kann. Hundefrisbees sollten regelmäßig gereinigt und bei kleinen Veränderungen mit Schmirgelpapier oder einem Feuerzeug bearbeitet werden. Eine Scheibe für den Hund sollte sich immer biegen lassen können. Bricht oder splittert sie, ist sie gefährlich und absolut ungeeignet.

Allgemeines

Hundefrisbee kann man wunderbar im Park auf der Wiese spielen. Zu beachten ist hier, dass der Untergrund eben, frei von Löchern und Gegenständen ist, die im Weg stehen könnten. Dies ist aber auch der größte Nachteil. Denn da man es fast überall spielen kann, werden die Basics oft missachtet. Hat der Hund einmal gelernt, dass der Hundeführer eine Scheibe so weit er kann heraus „ballert“ und der Hund lediglich dorthin rennt, sie aufhebt und apportiert, wird es schwer, dem Hund verständlich zu machen, wie wichtig es ist, die Scheibe aus der Luft zu fangen. Deswegen – auch wenn es manchmal für den Zweibeiner schwer ist – bei erwachsenen Hunden nochmal die Basics aufarbeiten.

Eine gute Landung

Die Energie des Bewegungsablaufes sollte sich ordentlich verteilen, sodass der Hund  zuerst vorne und unmittelbar danach hinten aufsetzt in der Landung. Auch eine Landung mit allen vier Pfoten gleichzeitig ist möglich. Sieht man, dass die Hunde oft zuerst auf der Hinterhand landen liegt es meistens an den Würfen des Hundehalters. Die Scheibe wird dann oft mit der Nase – so wird der vordere Teil der Scheibe genannt – nach oben abgeworfen. Man kann sich das bildlich wie bei einer Rakete vorstellen. Die Scheibe geht schräg nach oben und der Hundekörper bildet die Verlängerung dazu. In solchen Fällen ist es für den Hund schwer, noch einen Rundrücken zu machen und ordentlich zu landen. 

Ausbildungsschritte 

Nehmen und tauschenSchritt 1: Nehmen und tauschen

Zuerst sollte der Hund lernen, gern und freudig in die Scheibe zu beißen. Manche Hunde müssen sich mit dem Material erst anfreunden, deswegen ist die richtige Wahl der Scheibe wichtig. Ob nun anfangs Stoff-, Gummi- oder richtige Turnierscheiben genutzt werden, muss ausprobiert werden. Ich arbeite anfangs gerne mit Scheiben, die einfach vom Material her gut angenommen werden. Das sind in meinem Fall  Stoffscheiben oder welche aus Gummi, die beim Zergeln sehr angenehm sind.

Der Hundehalter sollte sich für die erste Übung auf Augenhöhe des Hundes befinden. Zwei Scheiben sollten hier parat sein. Der Hundehalter bietet seinem Hund die Scheibe an, indem er sie spannend, auf Augenhöhe, vom Hund weg bewegt. Der Hund soll den Drang haben, hinterherzugehen und uns die Scheibe abnehmen zu wollen. Ist das noch nicht gleich der Fall, muss der Hundeführer Interesse wecken. Sobald der Hund in die Scheibe beißt, loben wir dies stimmlich, nehmen sofort die zweite Scheibe in die Hand und legen mit dieser los. Der Hund soll lernen, dass dieses Spiel nur mit uns zusammen klappt und wir immer das spannendere Objekt haben. Wir geben kein Auskommando und machen dem Hund seine Scheibe auch nicht streitig. Wir wollen, dass der Hund lernt, dass es sich in unserer Nähe lohnt, da wir immer wieder das nächste Spielzeug parat haben. 

 

Was kann ich tun, wenn...

Schritt 2: Kommando einbauen: "catch"

Beißt der Hund nun gerne und freudig in die Scheibe und lässt seine auch wieder los, wenn wir ihm die neue anbieten, können wir beginnen, ein Kommando einzuführen. Dieses Kommando sagt dem Hund an, dass er jetzt in die Scheibe beißen darf. Dazu erhält er kurz vor dem Reinbeißen in das Kommando „catch“. Natürlich kann man auch ein „Nimms“, „Frisbee“ oder "Leberwurst" verwenden. Der Hund lernt, dass das Wortsignal mit dem Reinbeißen zu tun hat. Wenn wir jetzt jedes Mal noch das "Aus" sagen, bevor der Hund eh an die nächste Scheibe will, lernt der Hund beides spielerisch ganz nebenbei.

 

Schritt 3: Festhalten und Signal abwarten

Damit der Hund später beim fortgeschrittenen Spiel die Scheibe nicht sofort ausspuckt, wenn der Hundeführer eine andere in der Hand hat, wird jetzt das Festhalten und zu einem klaren Signal trainiert. Erst einmal heißt es vorzugehen wie im Schritt davor, nur dass wir anfangs mit einer Scheibe arbeiten und die zweite herumliegt. Der Hund bekommt das „catch“ und darf in die Scheibe beißen. Jetzt fangen wir an, mit dem Hund etwas zu zergeln. Diese Übung darf man gerne im Stehen machen, denn dann kommt Bewegung ins Spiel. 

Zergeln - loslassen - rückwärts vom Hund weglaufen - kommt dieser nach, wieder greifen und weiter zergeln. Das ist hier ein wichtiger Punkt. Der Hund soll lernen, dass es Spaß macht, dem Hundeführer die Beute schon fast aufzuzwingen. Er soll die Beute immer wieder anbieten und der Hundeführer reagiert mit einem Zergelspiel darauf. 

festhalten und Signal abwarten

Dann kommt auch die zweite Scheibe ins Spiel. Der Hundeführer zergelt sich mit dem Hund in Richtung zweiter Scheibe und zergelt im besten Fall so lange, bis er die zweite aufgehoben hat. Der Hund soll weiterhin motiviert werden, mit der vorherigen Scheibe zu zergeln. Jetzt lernt der Hund schon einmal die Scheibe auch weiterhin festzuhalten, obwohl eine zweite Scheibe im Spiel ist. Auch jetzt kann die oben genannte Sequenz durchspielt werden. Irgendwann hält der Hundeführer inne, zeigt dem Hund eine klare Ausbewegung mit der Scheibe – wir nehmen dafür die neue Scheibe, zeigen diese waagerecht in der Luft an und machen eine Kippbewegung nach vorne – und wartet darauf, dass der Hund die andere Scheibe ausspuckt. Sobald dies geschieht, wird der Hund überschwäng-lich gelobt und bekommt das „catch“ für die neue Scheibe und das Spiel geht wieder von vorne los. 

Irgendwann kann der Hundeführer die zweite Scheibe auch in der Luft halten und leicht bewegen  - der Hund hält seine Scheibe so lange fest, bis der Hundeführer das Signal zum Ausgeben gibt. Natürlich muss immer wieder mal mit der Scheibe, die der Hund im Maul hat, gezergelt werden, damit er auch weiß, dass es sich lohnt, sie festzuhalten.

Warum aber jetzt dieser Schritt? 

Es kommt der Punkt, da möchte man verschiedene Würfe und vielleicht sogar kleinere Sequenzen mit dem Hund einstudieren. Hat der Hund die vorige Übung gut verstanden, wird er die Frisbeescheiben immer nah heranbringen und dem Hundeführer anbieten oder auf ein rechtzeitiges Aussignal des Hundeführers warten. So hat man nämlich nicht das Problem, dass der Hund schon auf Entfernung sieht, dass man einen anderen Wurf machen möchte und er die Scheibe schon zehn Meter vorher liegen lässt. Ein gut trainiertes „Catch“, „Aus“ und „Bringen“ ist also enorm wichtig.

 

Schritt 4: Roller-Varianten

Beißt der Hund nun gerne in die Scheibe und weiß, dass das Spiel beim Halter weitergeht, kann man auch wunderbar „Roller“ einbauen. Der Name verrät es schon – der Roller rollt. Somit ist die Gefahr, dass der Hund die Scheibe nicht fängt oder sich vielleicht sogar durch einen unkontrollierten Wurf verletzt, nicht gegeben. Hier heißt es erst einmal warten für den Hund, bis der Zweibeiner den Roller kann. Es gibt viele verschiedene Varianten einen Roller zu rollen – wichtig zu wissen, dass Ding soll rollen und mehr nicht. Natürlich kann man alle Varianten lernen, anfangs wird aber nur eine gute benötigt. Und diese ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

richtige Handhaltung für die Roller-VariantenA: Baby-Roller:

Der Babyroller ist vor allem was für junge Hunde oder schüchterne Hunde, die sich nicht allzu weit und schnell vom Hundeführer entfernen. Hierzu wird die Scheibe mit dem Rand auf dem Boden abgestellt. Die Wurfhand wird nun oben auf den Scheibenrand gelegt und rollt die Scheibe jetzt in die gewünschte Richtung.

B: Rückhand-Roller:

Die Rückhand ist den meisten Menschen bekannt, da dies der Wurf ist, den fast alle schon mal am Strand beim Spielen gemacht haben. Die Scheibe wird so gehalten, dass der Daumen oben auf der Scheibe aufliegt und die restlichen Finger sich unten in der Scheibe befinden. Der Rechtshänder kippt die Scheibe jetzt nach rechts und stellt sie somit auf. Die untere Seite der Scheibe befindet sich jetzt links und die obere rechts. Die Scheibe wird jetzt mit dem Handgelenk und den Unterarm in dieser Position zum Körper hin eingerollt. Um Schwung zu bekommen, muss der Hundeführer die Scheibe nun mit dem Arm als Verlängerung zum Boden ausrollen und die Scheibe loslassen. Oft passiert es, dass die Scheibe jetzt zu einer Seite wegrollt. Hier kann man gegenarbeiten. Rollt die Scheibe immer nach rechts, muss die Scheibe beim Abrollen mehr nach links gekippt sein. Übung macht den Meister. 

C: Vorhand-Roller:

Beim Vorhand-Roller nimmt der Rechtshänder die Scheibe so in die rechte Hand, dass die Unterseite der Scheibe rechts zeigt. Der Daumen befindet sich auf der Obereite der Scheibe (die nach links zeigt), der Zeigefinger auf der Unterseite, um die Scheibe zu stabilisieren und der Mittelfinger befindet sich im Scheibenrand. Indem der Mittelfinger jetzt nach vorne bewegt wird, wird auch die Scheibe etwas nach vorne gedreht. Der ganze Schwung dieses Rollers kommt fast nur aus dem Mittelfinger. Die Scheibe wird vor Abwurf leicht nach rechts gekippt, damit sie geradeaus rollt. Dass die Scheibe sonst kippt, liegt einfach daran, dass die obere Seite der Scheibe durch die Wölbung eher kippt. Also Scheibe halten, Handgelenk und Zeigefinger nach vorne und rechtzeitig loslassen.

D: Daumen-Roller:

Der Daumen-Roller wird auch von der Scheibe her wie der Vorhand-Roller aufgestellt. Die Unterseite schaut nach rechts und die Oberseite nach links. Der Rechtshänder packt den Daumen in den Scheibenrand und legt die restlichen vier Finger oben auf die Scheibe auf. Auch hier wird vor Abruf die Scheibe leicht nach rechts gekippt, damit der Roller geradeaus rollen kann.

 

Scheiben sollten besser apportiert werdenHat der Zweibeiner eine Variante gefunden, mit der er gut zurechtkommt, darf jetzt der Hund ins Spiel kommen. Der Hund wird abgesetzt, der Hundeführer entfernt sich eine Hundelänge, gibt das Kommando „catch“ und rollt – GANZ WICHTIG – vom Hund weg! Der Hund sollte im besten Fall aufstehen und der Scheibe hinterherjagen. Schafft der Hund die Scheibe auch aus dem Laufen heraus aufzunehmen, ohne, dass diese schon auf den Boden gekippt ist, hat er gut beobachtet und im richtigen Augenblick zugepackt. 

Jetzt muss natürlich rechtzeitig die Ansprache des Hundeführers kommen, damit der Hund die Scheibe zurück zum Hundeführer bringt. Ein ausgiebiges Zerrspiel kann immer mal mit einem Anzeigen des „Aus“ mit einer zweiten Scheibe abgewechselt werden. So lernt der Hund mal in die Hand zu bringen und mal schon auf Distanz auszulassen. Die Belohnung dafür wäre dann ein Roller in die andere Richtung, sodass der Hund am Hundeführer vorbei in die andere Richtung den zweiten Roller bekommt.

Vorsicht ist geboten – es schleichen sich schnell Fehler ein. Immer auf einen guten Apport achten!

 

Schritt 5: Erst warten, dann starten!

Am einfachsten ist es, wenn der Hund hingesetzt wird, und der Hundehalter sich zwei Schritte weiter mit einem rechten Winkel zum Hund hinhockt. Bei sehr großen Hunden empfiehlt es sich natürlich, auch das Ganze im Stehen zu machen. Die Frisbee wird waagerecht auf Augenhöhe des Hundes gehalten. Auf das Kommando „catch“ darf der Hund euch die Frisbee aus der Hand nehmen – Loslassen nicht vergessen. Beißt der Hund nicht hinein, weil die Scheibe ab jetzt nicht mehr in Bewegung ist, kann man ihn ermutigen, indem man die Scheibe anfangs noch etwas hin und her wackelt. Nach und nach sollten die Bewegungen aber reduziert werden, bis der Hund in einen TAKE – so heißt eine Scheibe, die hingehalten, aber nicht geworfen wird – hineinbeißt.

Schritt 6: Fangen aus der Luft – Der Heber.

Jetzt geht es an die Augen-Fang-Koordination, die wir am Anfang schon erwähnt haben. Der Hund muss lernen, die Flugbahn der Scheibe einschätzen zu können. Dafür gibt es auch viele Möglichkeiten, wobei ich gerne anfangs mit der Flugsimulation arbeite. Der Hund wird hingesetzt und der Hundeführer stellt sich eine Hundelänge weit entfernt seitlich zum Hund. Die Scheibe wird als TAKE hingehalten und der Hund bekommt das Kommando „Catch“. Sobald der Hund sich in Bewegung setzt, läuft der Hundeführer ein paar Schritte in die gleiche Laufrichtung des Hundes und simuliert den Flug der Scheibe. Der Hund sollte jetzt hinterherlaufen, beobachten und die Scheibe aus der Hand nehmen. 

Um aber dem Hund das Fangen aus der Luft beizubringen, muss der Hundehalter erst daran feilen, die Frisbee auf der Stelle zu werfen. Dies ist der sogenannte HEBER oder auch FLOATER genannt. Die Scheibe wird nur minimal mit einer Drehbewegung angehoben, sodass sie am selben Punkt, an dem die Scheibe vorher auf Augenhöhe des Hundes gehalten wurde, auch fliegt. Beim Heber wird die Scheibe mit so viel Spin (Drehung) angedreht, dass sie in der Luft steht, ohne in eine Richtung zu fliegen. Dies ist eine Übung, die der Hundehalter erst viele Male alleine üben sollte. Und immer daran denken, die Scheibe íst ein mit Gläsern bestücktes Tablett und die Gläser dürfen beim HEBER nicht herunterfallen.

Klappt der HEBER ohne Hund, kann der Hund miteinbezogen werden. Der Hundeführer setzt den Hund dafür hin und entfernt sich eine Hundelänge vom ihm. Der Zweibeiner stellt sich hin, um dem Hund nicht in der Laufbahn zu stehen. Die leere Hand am Hund, beim Rechtshänder ist es die linke, zeigt diesem ein klares Wartesignal. Die rechte Hand positioniert den Heber auf Augenhöhe des Hundes. Jetzt bekommt der Hund erst das Kommando „catch“, damit es von den Ohren in den Kopf und an die Beine weitergeleitet werden kann, bevor der Hundeführer den Wurf macht. Also positionieren, Kommando geben und anschließend werfen. Dies erfordert oft etwas Übung, aber den Hund bitte auch bei den Versuchen schon ermuntern, weiterzumachen und motivieren. Ist die erste Scheibe gefangen, sollte die Party echt groß ausfallen. Leitsatz:

„Wenn es am schönsten ist, sollte man besser aufhören!“

So gehen Hund und Halter positiv aus der Lernsituation und sind beim nächsten Mal hoch motiviert. Und jetzt – ran an die Scheiben und los geht es! 

 Die Autorin:

Melanie FydrichLinks:

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